Scanlang Geschäftsführer - Mag. Katja Jääskeläinen und Mag. Franz Michael Bauer

Wie können Sie als Kunde zum Gelingen eines Übersetzungsprojektes beitragen?

 

Ob Markteintritt in ein neues Land, Pflege von Bestandskunden oder Produktneuheiten – all dies muss in einer Fremdsprache kommuniziert werden. Leider wird die Bedeutung des Projektschritts „Übersetzung“ oft unterbewertet, so dass das Endergebnis selbst bei einer Zusammenarbeit mit professionellen Übersetzungsdienstleistern suboptimal bleibt. Hier ein paar Tipps, wie Sie als Kunde sicherstellen können, dass Sie eine optimale Übersetzung erhalten.

 1. Genug Zeit anberaumen

Das normale Arbeitspensum bei Übersetzungen beträgt 2000 Wörter am Tag. Manchmal geht es auch schneller, manchmal braucht man noch länger, aber das ist der Durchschnittswert, bei dem genug Zeit für die Recherche bleibt. Für unsere Übersetzungen rechnen wir daher folgendermaßen:

Wortanzahl / 2000 + 1 Tag für Nachbearbeitung, Formatierung, Vereinheitlichung der Übersetzung, Rückbestätigungen etc.

Alle Abstriche von diesem Wert gehen leicht zu Lasten der Qualität.

2. Genug Kontext mitgeben

Die Formel für eine gute Übersetzung ist eigentlich ganz einfach: der Übersetzer / die Übersetzerin weiß, was im Text gemeint ist und wie man dasselbe in der Zielsprache sagt. Das setzt natürlich voraus, dass er/sie wirklich versteht, worum es im Text geht. Stellen Sie daher sicher, dass der Text klar und eindeutig ist und die übersetzende Person alle relevanten Informationen bekommt: das Produkt, um das es geht (am besten mit Bildern), allfällige frühere Texte zum selben Thema, in welchem Medium soll die Übersetzung publiziert werden…

Ein einfaches, aber treffendes Beispiel für die Bedeutung des Kontextes ist ein deutscher Satz mit Verb in der Nennform, z.B. Wartung durchführen. Wenn der Übersetzer nur diese Wörter sieht, kann er nur raten, ob dies als Befehl gemeint ist („Führen Sie bitte die Wartung jetzt durch“) oder als Anleitung („Im Folgenden erklären wir, wie Sie die Wartung durchführen“). Für den Leser spielt dies jedoch eine große Rolle.

In diesem Zusammenhang empfiehlt sich auch, nie einfach nur eine Wortliste mit zusammenhanglosen Wörtern zur Übersetzung zu schicken. Ganz besonders gilt das für bedeutungsarme Wörter wie Präpositionen (an, hinter, nach…) oder Füllverben (ausführen, versehen…). Auch im günstigsten Fall (etwa bei strukturverwandten Sprachen) können diese nur nach dem Lotterie-Prinzip übersetzt werden: die Übersetzung kann richtig sein, aber das Risiko einer falschen Entsprechung ist hier ungleich höher als bei einem zusammenhängenden Fließtext.

3. Feedback geben

Sie als Kunde sind der beste Experte für Ihr Produkt. Vielleicht haben Sie bereits über Ihr Produkt in der Fremdsprache kommuniziert, oder vielleicht verwendet man in Ihrer Branche spezielle Ausdrücke und Sie möchten diese auch in der Übersetzung haben, um die richtigen Fachleute anzusprechen? Diese Informationen sind für uns von großem Wert – teilen Sie sie uns mit! Rückmeldungen zu einer fertigen Übersetzung sind ein wichtiger Schritt für uns, denn nur so können wir die für Sie optimale Übersetzung liefern.

Wenn Sie selbst nicht die Sprache der Übersetzung verstehen: fragen Sie Ihre Partner und Kunden im Zielland, wie diese die Übersetzung bewerten. Das ist auch ein ausgezeichnetes Instrument zur Kundenbindung. Außerdem wird ein unzufriedener Kunde viel wahrscheinlicher seine negativen Erfahrungen weitererzählen als ein zufriedener Kunde. Das gilt für Übersetzungen genauso wie für andere Dienstleistungen und Produkte. Indem Sie Ihren fremdsprachigen Kunden eine einwandfreie Übersetzung zur Verfügung stellen, zeigen Sie, dass Sie dessen Sprache wertschätzen.